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2. Die Frage

Was bedeutet dies? Wie wird das Berufsbild des Beraters vor dem Hintergrund von sich abzeichnenden zukünftigen Entwicklungen aussehen? Wird sich das faszinierende Szenario eines Beraterlebens linear in die Zukunft fortschreiben lassen?

3. Die Methodik

Von Bruce Henderson, dem Gründer der BCG-Unternehmensberatung, stammt folgender Satz: „Menschen mögen an der Spitze der Evolution stehen, sind aber Teil des natürlichen Gesamtsystems. Deshalb ist Darwin vermutlich ein besserer Lehrer zum Verstehen des Wettbewerbs, als es die Ökonomen sind“. Wenn Henderson als Vertreter der formalen Planungsschule sich in seinem letzten großen Aufsatz zu Darwin und zur Bedeutung von Analogiebildung mit biologischen Systemen bekennt, ist das bemerkenswert.

Deshalb soll auch hier ein derartiger Ansatz verwendet werden, und zwar die These vom Darwiportunismus (Scholz 2003). Dies ist ein gedanklicher Rahmen, der auf einer klassischen Annahme in den Wirtschaftswissenschaften basiert: der Nutzenmaximierung. Jeder ökonomische Akteur ist danach zunächst bestrebt, seinen Nutzen zu maximieren. Diese Verhaltensweise ist weder von vornherein gut noch schlecht, sondern eine natürliche Eigenschaft von Menschen. Solange die Regeln des zivilisierten Zusammenlebens eingehalten werden und ein weitgehend freier Wettbewerb von Eigeninteressen besteht, dient dieses individuell nutzenmaximierende Verhalten gleichzeitig auch dem kollektiven Nutzen.

Darwiportunismus ergibt sich als Zusammenspiel aus Darwinismus und Opportunismus:

  • Darwinismus impliziert das evolutionäre Paradigma des „survival of the fittest“. Danach bestehen im Wettbewerb nur diejenigen, die sich an die externen und internen Rahmenbedingungen am besten angepaßt haben. Nur wer besser ist als der Mitbewerber, überlebt. Wer intellektuell, sozial oder physisch schwach ist, hat keine Erfolgschance. Dies gilt wiederum gleichermaßen für Individuen als auch für ganze Unternehmen. Wichtig am Prinzip des Darwinismus ist auch die Idee der bewussten oder unbewussten Auslese: Aus einer Population überleben nur die Anpassungsfähigsten, der Rest wird von der Evolution eliminiert. Darwinismus ist also ein kollektives Prinzip, das sich auf Nationen, Firmen, Abteilungen und Mitarbeiter bezieht.
  • Opportunismus ist ein individuelles Paradigma. Individuen handeln danach so, dass ihr eigener Vorteil im Mittelpunkt steht und sich bei ihnen ein Anreiz-Beitrags-Gleichgewicht einstellt. Ihr Handlungsbeitrag richtet sich nach der zu erwartenden Belohnung. Sehen sie hier eine Chance, dann instrumentalisieren sie alle ihnen zur Verfügung stehenden Attribute ihrer Umgebung, also andere Menschen sowie das eigene und andere Unternehmen. Opportunismus impliziert ein Verhalten, bei dem der Einzelne ehrgeizig und selbstmotiviert eigene Ideen verfolgt, ohne altruistisch auf Andere Rücksicht zu nehmen.

Zusammengesetzt ergibt sich aus beiden Komponenten der Darwiportunismus ( http://www.darwiportunismus.de ): Es trifft der individuelle Opportunismus der nutzenmaximierenden Mitarbeiter auf den systemimmanenten Darwinismus im Wirtschafts- und Geschäftsleben. D iese wechselseitige Beeinflussung führt gegenwärtig zu faszinierenden Konstellationen und Wirkungsmustern, erlaubt aber vor allem die Analyse konkreter Situationen.

Weiter zu: 4. Die Analyse

 

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